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4 days ago

Liebe Gemeindemitglieder und Freund*innen,

„Muttertag ist eigentlich an jedem Tag....“

Heute haben wir mit Hochdruck an dem Videoschnitt zur Besinnung am kommenden Muttertag gearbeitet.

Diesen erhalten Sie von uns herzlich gerne in den kommenden Tagen auf Wunsch. Melden Sie sich hierfür einfach im Gemeindeamt unter 069 800 806 0.

Selbstverständlich finden Sie das Video am Sonntag auch auf unseren medialen Plattformen.

Wir wünschen Ihnen schon einmal viel Vergnügen beim Anschauen.

Bleiben Sie gesund!
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Liebe Gemeindemitglieder und Freund*innen,

„Muttertag ist eigentlich an jedem Tag....“

Heute haben wir mit Hochdruck an dem Videoschnitt zur Besinnung am kommenden Muttertag gearbeitet. 

Diesen erhalten Sie von uns herzlich gerne in den kommenden Tagen auf Wunsch. Melden Sie sich hierfür einfach im Gemeindeamt unter 069 800 806 0. 

Selbstverständlich finden Sie das Video am Sonntag auch auf unseren medialen Plattformen. 

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Bleiben Sie gesund!
6 days ago

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3 weeks ago

Liebe Gemeindemitglieder und Freund*innen,

"Gott segnet nicht die Sünde und er kann sie nicht segnen!", so die Machthaber der katholischen Kirche in der Responsum ad dubium, der Antwort auf einen an den Vatikan adressierten Zweifel mit der Frage: Hat die Kirche die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen?

"Gott segnet nicht die Sünde". Er segnet nicht zwei Liebende des gleichen Geschlechts. Aber er segnet Motorräder, Gewehre, Kriegsschiffe, Geschenke, Türpfosten und Haustiere. Dieser Umstand irritiert, oder nicht?

In der Weihestunde "Liebe ist uns (auch) das Urpersönlichste, das uns innewohnt" vom vergangenen Sonntag widmeten wir uns der Liebe zwischen zwei Menschen, ganz gleich welchen Geschlechts oder welcher sexuellen Identität.

Die Freireligiöse Bewegung bekennt sich seit langer Zeit zur absoluten Gleichwertigkeit der Liebe zweier Menschen, weshalb die Möglichkeit der Eheschließung zweier gleichgeschlechtlicher Menschen in unserer Offenbacher Gemeinde in keinster Weise in Frage gestellt wird. Die Liebe ist nicht an ein Geschlecht, eine sexuelle Orientierung, eine soziale Stellung oder materielle Güter gebunden. Vielmehr besteht die Natur der Liebe in Freiheit, so wie der Dichter Khalil Gibran schreibt:

Die Liebe gibt nichts als sich selbst und nimmt nichts als von sich selbst.
Die Liebe besitzt nicht, noch kann sie besessen werden.
Denn die Liebe ist nur sich der selbst, der Liebe, genug.

In diesem Sinne richten wir uns ausdrücklich gegen die Erklärung des Vatikans und sprechen all jenen, die durch diese Erklärung verletzt, irritiert oder zurückgestoßen wurden unsere Solidarität aus. Ebenso sprechen wir jenen katholischen Mitmenschen, sei es in den kleinen Gemeinden oder an den Spitzen der Bistümer, die sich entschlossen gegen die Äußerungen der eigenen Leitung positionieren, unseren Respekt aus.

Die gesamte Weihestunde finden Sie hier: www.youtube.com/watch?v=OHhul16gPD4

Wir wünschen viel Vergnügen beim Anschauen!
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Liebe Gemeindemitglieder und Freund*innen,

mit Trauer nimmt die Frei-religiöse Gemeinde Offenbach Abschied von Prof. Hans Küng, Theologe, Priester und Autor, welcher am 06. April 2021 verstarb.

Prof. Küng galt als einer der herausragendsten Kirchenkritiker, welcher sich innerhalb seiner Kritik jedoch stets für interreligiöse Verständigung und Menschlichkeit zwischen den Individuen einsetzte.

In diesem Zuge sprach Prof. Küng am 27. Juli 1990 auf dem Weltkongress der IARF (The International Association for Religious Freedom/ Weltbund für religiöse Freiheit) in Hamburg. Lesen Sie hierzu einen Auszug aus Prof. Küngs Rede, übersetzt von A. Glindemann und Pfr. i. R. H. Keipp:

„Dialog bedeutet ja nicht Selbstverleugnung. Und Kritik von außen bleibt nötig. Aber, wer nüchtern und ehrlich ist, weiß, daß diese Kriterien zunächst nur für die fragliche Religion selbst und nicht für die anderen relevant und verbindlich sein können. Falls also jede Religion im Dialog strikt auf ihren eigenen Wahrheitskriterien besteht, wäre ein echter Dialog von vornherein hoffnungslos. Ein Beispiel: Die Bibel. Gewiß hat sie eine entscheidende kritisch-befreiende Funktion in Diskussionen zwischen den christlichen Kirchen und vielleicht gelegentlich noch in Diskussionen zwischen Christen und Juden. Aber schon im Gespräch mit Moslems und ganz gewiß mit Hindus und Buddhisten wäre eine direkte Berufung auf die Bibel als Wahrheitskriterium unangebracht. Würden sich Christen überzeugen lassen, wenn die Wahrheitsfrage vom Koran, der Bhagavadgita oder den Reden des Buddha entschieden würde? Aber—und das ist die schwierige Frage - was bleibt, wenn sich im Dialog der Religionen, Christen nicht einfach länger auf die Bibel (oder die Moslems auf den Koran, die Hindus auf die Gita oder die Buddhisten auf ihren Kanon) als unbestrittene Autorität berufen können, um das Recht, die Wahrheit auf ihrer Seite zu haben? Mit großer Vorsicht soll hier ein anderer Weg versucht, eine vierte Strategie aufgezeigt werden. Sie wird —so hoffe ich —zum Frieden unter den Religionen ebenso beitragen wie zur Bewahrung und Bestätigung ihrer Wahrheit.

Wenn wir unsere Religion mit anderen vergleichen, aber auch wenn wir über den Mißbrauch der eigenen Religion nachdenken, stellt sich für uns alle die Frage nach allgemeinen Kriterien des Wahren und Guten, Kriterien, die analog auf alle Religionen anwendbar sind -wichtig, wie mir scheint, nicht zuletzt für die Frage des internationalen Rechts und der Menschenrechte.

[…]

Sollte es nicht möglich sein, mit dem Ruf nach gemeinsamer Menschlichkeit in allen Völkern, ein allgemeines, ethisches, wahrhaft ökumenisches Kriterium zu formulieren, das auf dem Humanum, dem wahrhaft Menschlichen, konkret auf der Menschenwürde und den mit ihr verbundenen Grundwerten beruht? Die fundamentale kriteriologische ethische Grundfrage kann so formuliert werden: Was ist gut für den Menschen? Die Antwort: Was ihm hilft, das zu sein, was nicht einfach selbstverständlich ist: Wahrhaft Mensch. Daraus folgt das ethische Grundkriterium, daß Menschen nicht unmenschlich, bestialisch, sondern menschlich, wahrhaft menschlich, eben human leben sollten! Sie sollten ihr Menschsein in allen ihren Beziehungen verwirklichen!
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Liebe Gemeindemitglieder und Freund*innen,

mit Trauer nimmt die Frei-religiöse Gemeinde Offenbach Abschied von Prof. Hans Küng, Theologe, Priester und Autor, welcher am 06. April 2021 verstarb. 

Prof. Küng galt als einer der herausragendsten Kirchenkritiker, welcher sich innerhalb seiner Kritik jedoch stets für interreligiöse Verständigung und Menschlichkeit zwischen den Individuen einsetzte. 

In diesem Zuge sprach Prof. Küng am 27. Juli 1990 auf dem Weltkongress der IARF (The International Association for Religious Freedom/ Weltbund für religiöse Freiheit) in Hamburg. Lesen Sie hierzu einen Auszug aus Prof. Küngs Rede, übersetzt von A. Glindemann und Pfr. i. R. H. Keipp:

„Dialog bedeutet ja nicht Selbstverleugnung. Und Kritik von außen bleibt nötig. Aber, wer nüchtern und ehrlich ist, weiß, daß diese Kriterien zunächst nur für die fragliche Religion selbst und nicht für die anderen relevant und verbindlich sein können. Falls also jede Religion im Dialog strikt auf ihren eigenen Wahrheitskriterien besteht, wäre ein echter Dialog von vornherein hoffnungslos. Ein Beispiel: Die Bibel. Gewiß hat sie eine entscheidende kritisch-befreiende Funktion in Diskussionen zwischen den christlichen Kirchen und vielleicht gelegentlich noch in Diskussionen zwischen Christen und Juden. Aber schon im Gespräch mit Moslems und ganz gewiß mit Hindus und Buddhisten wäre eine direkte Berufung auf die Bibel als Wahrheitskriterium unangebracht. Würden sich Christen überzeugen lassen, wenn die Wahrheitsfrage vom Koran, der Bhagavadgita oder den Reden des Buddha entschieden würde? Aber—und das ist die schwierige Frage - was bleibt, wenn sich im Dialog der Religionen, Christen nicht einfach länger auf die Bibel (oder die Moslems auf den Koran, die Hindus auf die Gita oder die Buddhisten auf ihren Kanon) als unbestrittene Autorität berufen können, um das Recht, die Wahrheit auf ihrer Seite zu haben? Mit großer Vorsicht soll hier ein anderer Weg versucht, eine vierte Strategie aufgezeigt werden. Sie wird —so hoffe ich —zum Frieden unter den Religionen ebenso beitragen wie zur Bewahrung und Bestätigung ihrer Wahrheit.

Wenn wir unsere Religion mit anderen vergleichen, aber auch wenn wir über den Mißbrauch der eigenen Religion nachdenken, stellt sich für uns alle die Frage nach allgemeinen Kriterien des Wahren und Guten, Kriterien, die analog auf alle Religionen anwendbar sind -wichtig, wie mir scheint, nicht zuletzt für die Frage des internationalen Rechts und der Menschenrechte.

[…]

Sollte es nicht möglich sein, mit dem Ruf nach gemeinsamer Menschlichkeit in allen Völkern, ein allgemeines, ethisches, wahrhaft ökumenisches Kriterium zu formulieren, das auf dem Humanum, dem wahrhaft Menschlichen, konkret auf der Menschenwürde und den mit ihr verbundenen Grundwerten beruht? Die fundamentale kriteriologische ethische Grundfrage kann so formuliert werden: Was ist gut für den Menschen? Die Antwort: Was ihm hilft, das zu sein, was nicht einfach selbstverständlich ist: Wahrhaft Mensch. Daraus folgt das ethische Grundkriterium, daß Menschen nicht unmenschlich, bestialisch, sondern menschlich, wahrhaft menschlich, eben human leben sollten! Sie sollten ihr Menschsein in allen ihren Beziehungen verwirklichen!
1 month ago

Liebe Gemeindemitglieder und Freund*innen,

der Frühling bahnt sich nach und nach den Weg in unser Offenbach. In den vergangenen Tagen begingen unsere christlichen Freund*innen das Osterfest. Wiederauferstehung, Hoffnung und Licht sind hierbei zentrale Aspekte gewesen. Aspekte, die auch der Frei-religiösen Bewegung, wenn auch unter einem anderen Blickwinkel, nicht fremd sind.

Lesen Sie hierzu einen Auszug aus der Weihestunde von Pfr. Pascal Schilling:

Ostern – Ein Fest des Lichts und des (Wieder)aufblühens
Eine freireligiöse Perspektive mit einem Auszug aus der Weihestunde „Alles erwacht zum Leben“

Gerade Freireligiöse verstehen die Auferstehungsgeschichte als eine Spiegelung der vom Menschen über Jahrtausende wahrgenommenen Naturerscheinungen. Die Überwindung des Todes und des Leidens als Gleichnis der Periode des Winters, deuten wir als Symbolkraft, dass alles winterlich Erstarrte, zur Ruhe Gekommene, innerhalb des Umschwungs durch die Angleichung von Tag und Nacht, den Stillstand und die Dunkelheit bezwingt.

Diese Symbolkraft ist uns mögliches Gleichnis für das Wechselspiel zwischen Licht und Dunkelheit zugunsten des Lichtes im Frühjahr. Und ebenso Gleichnis für das ewige Werden und Vergehen, im Sinne des Anbruchs einer neuen Zeit des Blühens und Wachsens und für das Erwachen der Natur mit der längeren Erscheinung der Sonne am Firmament, die das Leben von Flora und Fauna und in vielerlei Hinsicht auch unser Leben neu schöpft.

Die wohl berühmtesten Verse, die auch den Menschen als „auferstehend“ und „ans Licht gebracht“ beschreiben, finden sich im meistzitierten deutschen Drama Faust von Johann Wolfgang von Goethe, der da schrieb:

Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Und diese Zeilen sind gerade so passend, weil das Genie Faust uns aus der Distanz betrachtet und versucht einen gesamtheitlichen Blick auf den Menschen zu richten, wie auch die Freie Religion den Anspruch solch einer Perspektive an sich hat.

Goethes Verse, wenn sie nicht nur auf das christliche Osterfest der Auferstehung bezogen wären, könnten ebenso für Frühlingsfeste ferner Kulturen und Religionen Gültigkeit haben. Wie zum Beispiel für das aus dem Hinduismus überlieferte Frühlingsfest Holi. Als „Fest der Farben“ hat es sich seit 2012 rasant in deutschen Städten beliebt gemacht:
Von überall kommen junge Menschen zu diesen Festen zusammen, um sich mit in die Luft geworfenem Farbpulver zu schmücken und mit Musik zu feiern.
Die ursprüngliche Bedeutung des indischen Festes ist aus religiöser Perspektive die Feier des Sieges vom Guten über das Böse. Das Fest findet bis zu 10 Tage statt und lässt für diesen Zeitraum jegliche Kastenunterschiede und gesellschaftlichen Differenzen ruhen, um den mythologisch überlieferten wie auch den natürlichen Wandel zu würdigen.

Die Schreiber heiliger Schriften begannen schon vor mehreren tausend Jahren damit sich der Motive und Eigenschaften des Frühlings zu bedienen, um Veränderungen in der Natur in religiöse und mythologische Symboliken einzuarbeiten. Doch nimmt der Begriff „Frühling“ auch im politischen und gesellschaftlichen Kontext eine prominente Stellung ein. Ein Umstand, der bereits um 1848 in Deutschland beobachtet werden konnte:
In eben dieser Zeit fand der Begriff des Frühlings erstmals politische Verwendung in der sogenannten Märzrevolution und dem übergreifenden Völkerfrühling. Er gilt als Inbegriff der einheitsuchenden und freiheitsfordernden Bürgerrevolutionen in ganz Europa, in dem auch die ersten Anhänger der freireligiösen Bewegung für demokratische und vom Volk verabschiedete Grundrechte eintraten.

Der ehemalige Landesprediger der Freireligiösen Landesgemeinde Baden Dr. Eckhart Pilick schrieb in seiner Festschrift zum 150sten Geburtstag der Landesgemeinde.
„Als hier [in der Frankfurter Paulskirche] das erste Parlament in der Geschichte der Deutschen tagte, fühlte man sich wie neugeboren, wurde die Zeit als Völkerfrühling gefeiert. Er endete in Blut und Finsternis. Und eine der entscheidenden Ursachen dabei war der Streit unter Brüdern (Schwestern durften ja nicht dabei sein), der dem Parlament die Stoßkraft raubte. […] Die Freireligiösen waren die wichtigste oppositionelle Massenbewegung im Vormärz. Sie bildeten die ersten demokratisch organisierten Vereinigungen, faßten Religion als Selbstbestimmung auf und halfen denen, die davon am weitesten entfernt waren.
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Liebe Gemeindemitglieder und Freund*innen,

der Frühling bahnt sich nach und nach den Weg in unser Offenbach. In den vergangenen Tagen begingen unsere christlichen Freund*innen das Osterfest. Wiederauferstehung, Hoffnung und Licht sind hierbei zentrale Aspekte gewesen. Aspekte, die auch der Frei-religiösen Bewegung, wenn auch unter einem anderen Blickwinkel, nicht fremd sind. 

Lesen Sie hierzu einen Auszug aus der Weihestunde von Pfr. Pascal Schilling:

Ostern – Ein Fest des Lichts und des (Wieder)aufblühens
Eine freireligiöse Perspektive mit einem Auszug aus der Weihestunde „Alles erwacht zum Leben“

Gerade Freireligiöse verstehen die Auferstehungsgeschichte als eine  Spiegelung der vom Menschen über Jahrtausende wahrgenommenen Naturerscheinungen. Die Überwindung des Todes und des Leidens als Gleichnis der Periode des Winters, deuten wir als Symbolkraft, dass alles winterlich Erstarrte, zur Ruhe Gekommene, innerhalb des Umschwungs durch die Angleichung von Tag und Nacht, den Stillstand und die Dunkelheit bezwingt.

Diese Symbolkraft ist uns mögliches Gleichnis für das Wechselspiel zwischen Licht und Dunkelheit zugunsten des Lichtes im Frühjahr. Und ebenso Gleichnis für das ewige Werden und Vergehen, im Sinne des Anbruchs einer neuen Zeit des Blühens und Wachsens und für das Erwachen der Natur mit der längeren Erscheinung der Sonne am Firmament, die das Leben von Flora und Fauna und in vielerlei Hinsicht auch unser Leben neu schöpft.

Die wohl berühmtesten Verse, die auch den Menschen als „auferstehend“ und „ans Licht gebracht“ beschreiben, finden sich im meistzitierten deutschen Drama Faust von Johann Wolfgang von Goethe, der da schrieb:

Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Und diese Zeilen sind gerade so passend, weil das Genie Faust uns aus der Distanz betrachtet und versucht einen gesamtheitlichen Blick auf den Menschen zu richten, wie auch die Freie Religion den Anspruch solch einer Perspektive an sich hat. 

Goethes Verse, wenn sie nicht nur auf das christliche Osterfest der Auferstehung bezogen wären, könnten ebenso für Frühlingsfeste ferner Kulturen und Religionen Gültigkeit haben. Wie zum Beispiel für das aus dem Hinduismus überlieferte Frühlingsfest Holi. Als „Fest der Farben“ hat es sich seit 2012 rasant in deutschen Städten beliebt gemacht: 
Von überall kommen junge Menschen zu diesen Festen zusammen, um sich mit in die Luft geworfenem Farbpulver zu schmücken und mit Musik zu feiern. 
Die ursprüngliche Bedeutung des indischen Festes ist aus religiöser Perspektive die Feier des Sieges vom Guten über das Böse. Das Fest findet bis zu 10 Tage statt und lässt für diesen Zeitraum jegliche Kastenunterschiede und gesellschaftlichen Differenzen ruhen, um den mythologisch überlieferten wie auch den natürlichen Wandel zu würdigen. 

Die Schreiber heiliger Schriften begannen schon vor mehreren tausend Jahren damit sich der Motive und Eigenschaften des Frühlings zu bedienen, um Veränderungen in der Natur in religiöse und mythologische Symboliken einzuarbeiten. Doch nimmt der Begriff „Frühling“ auch im politischen und gesellschaftlichen Kontext eine prominente Stellung ein. Ein Umstand, der bereits um 1848 in Deutschland beobachtet werden konnte:
In eben dieser Zeit fand der Begriff des Frühlings erstmals politische Verwendung in der sogenannten Märzrevolution und dem übergreifenden Völkerfrühling. Er gilt als Inbegriff der einheitsuchenden und freiheitsfordernden Bürgerrevolutionen in ganz Europa, in dem auch die ersten Anhänger der freireligiösen Bewegung für demokratische und vom Volk verabschiedete Grundrechte eintraten. 

Der ehemalige Landesprediger der Freireligiösen Landesgemeinde Baden Dr. Eckhart Pilick schrieb in seiner Festschrift zum 150sten Geburtstag der Landesgemeinde.
„Als hier [in der Frankfurter Paulskirche] das erste Parlament in der Geschichte der Deutschen tagte, fühlte man sich wie neugeboren, wurde die Zeit als Völkerfrühling gefeiert. Er endete in Blut und Finsternis. Und eine der entscheidenden Ursachen dabei war der Streit unter Brüdern (Schwestern durften ja nicht dabei sein), der dem Parlament die Stoßkraft raubte. […] Die Freireligiösen waren die wichtigste oppositionelle Massenbewegung im Vormärz. Sie bildeten die ersten demokratisch organisierten Vereinigungen, faßten Religion als Selbstbestimmung auf und halfen denen, die davon am weitesten entfernt waren.
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